Pubertät, Corona und Homeschooling

Besonders hart trifft Corona Jugendliche, für die entwicklungsbedingt eigentlich gerade Abgrenzung von den Eltern, Eigenständigkeit und die Erkundung eigener Wege auf dem Plan stehen. Alles, was die Jugend ausmacht fällt derzeit weg: Freunde treffen, Parties, gemeinsam chillen, Hobbies ausüben, Freizeitaktivitäten, Schulveranstaltungen wie Skilager, Wandertage etc.

Damit sind auch alle Möglichkeiten eingeschränkt, ein gutes, gesundes Selbstwertgefühl abseits von Schule zu entwickeln. Anerkennung zu beziehen aus dem, was Spaß macht - Sport, Hobbies, Gruppenaktivitäten und vieles mehr - ist momentan wenig möglich.

Die Folge kann sein, dass manche Jugendliche reizbarer sind. Es schneller einmal „kracht“ und die Kooperations-, Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit gerade vielleicht kleiner ist als normal.

Auch wenn mal wieder gar nichts zu klappen scheint: Wenn der/die Jugendliche bis mittags schläft, wenig Motivation für die Schule zeigt, sich nur noch im Zimmer vergräbt, stundenlang mit Sozialen Medien verbringt, zockt etc. Jugendliche brauchen momentan vor allem eines: verständnisvolle Erwachsene.

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Hier noch einige Tipps:

  • Passen Sie Absprachen zur Mediennutzung der aktuellen Situation an und beachten Sie dabei unbedingt, dass diese Art des Kontaktes momentan von hoher Bedeutung ist und die Jugendlichen stabilisiert. Es ist also durchaus in Ordnung, wenn Zeiten, in denen Medien genutzt werden dürfen, gerade mit Augenmaß ausgeweitet werden.

  • Aufgrund ihrer hohen Bedeutung verwenden Sie in dieser Zeit Entzug von „Online-Zeit“ nicht als Strafe

  • Gewähren Sie unbedingt Auszeiten, in denen es okay ist, wenn Ihr Kind oder Jugendlicher sich ungestört zurückzieht und für eine Weile völlig ausblendet ohne Kontakt, Austausch oder Beteiligung am Familienleben. Finden Sie zu einer Struktur, in der sich diese Zeiten mit jenen abwechseln, in denen bestimmte Aufgaben übernommen werden oder die ganze Familie wieder zusammenkommt.

Dieser Artikel wurde verfasst von Kristin Frank, Sozialpädagogische Unterstützung am Gymnasium Olching.

Wenn Sie spüren, dass die psychische Belastung bei Ihrem Kind zu groß wird: Holen Sie sich professionelle Hilfe. Anlaufstellen finden Sie z.B. hier: https://www.corona-und-du.info/eltern/#anlaufstellen-fr-kinder-und-jugendliche oder hier:

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